Vom kreativen Techniker zum Senior-Nerd
Ein langer Prozess des Erfahrung sammelns… Ende der 1980ger hatte hatte ich meine Ausbildung im TV Studio der Uni Oldenburg gemacht. Anschließend war ich beim NDR in Hannover hinter der Kamera. Das allerdings nur kurz, weil ich es nicht ertragen habe, dass abends in Hallo Niedersachsen, vieles von dem was wir tagsüber erlebt und gedreht hatten, verzerrt bis gegensätzlich dargestellt wurde.
Der etwas andere Fernsehtechniker
Und so arbeitete ich Jahrelang als Fernsehtechniker. Wobei ich die Technik zwar verstand und beherrschte, aber die Menschen denen wir diese lieferten, weit wichtiger waren.
Damals einem 70 Jährigen Rentner die Bedienung eines TV Gerätes oder gar Videorecorders zu erklären, war mir eine Freude. Von Chef bekam man auch gerne ausreichend Zeit dafür. Denn zufriedene Kunden kauften immer wieder.
Viele Kollegen wollte die Ware eher lieber beim Kunden abwerfen statt sich darum zu kümmern, dass die damit klar kamen.
Später kam dann zu den TV und Video Geräten immer öfter auch die Auslieferung und Installation von Computer dazu. Was zwangsläufig dazu führte, auch im Bereich DOS und später Windows geschult zu werden.
Ein Kind im Arm, ändert den Blickwinkel
Dann, – es war im Winter 1996. Meine erste Tochter war grade zur Welt gekommen, da fragte ich mich: „Wie wird wohl ihre Zukunft mal aussehen?“
Zu der Zeit lief im TV ständig ein Werbespot von IBM: „Das Internet ist die Zukunft im Business. Wir müssen ins Internet.“
Ich dachte ok, wenn die das so sehen, sollte ich mir das auch anschauen.
Zufälliger Weise gab es da gerade ein Programm der damaligen Bundesregierung, das nannte sich „Firmen ins Netz“. Ja kaum zu glauben, aber das gab es tatsächlich schon 1996 🙂 Und das Programm bestand darin, dass man 1 Jahr lang kostenlos Online-Zugang sowie eine Domain url sowie Speicherplatz für die eigene Webseite erhielt.
Einzige Voraussetzung? Mann musste sich bereit erklären, 3 Monate lang einen html-Kurs zu absolvieren. Das passierte bei akademie.de der ersten Online Lern-Plattform in Deutschland. Und die Trainerin war niemand geringeres, als die Webmasterin von Adobe Deutschland.
Mein damaliger Arbeitgeber wollte mit dem Internet noch nichts zu tun haben. Meldete mich aber bei dem Programm an, weil es für ihn ja kostenfrei war.
Webdesign weil es einfach jeder brauchte
Schon bald machte ich nebenbei die ersten Webseiten. Weil das immer mehr wurde hatte ich Im Juni 2000 nebenberuflich ein Gewerbe angemeldet.
Es waren wilde Zeiten damals ;). Alle glaubten damals Webseiten müssen nur funktionieren und nicht gut aussehen. Das änderte sich erst so ab 2003-2005 grundlegend.
Was aber blieb, war die Seiten für Suchmaschinen gut lesbar aufzubauen.
Heute geschieht das viel versteckter „unter der Haube“ quasi. Damals versuchten viele mit Tricks und Kniffe die Suchmaschinen auszutricksen. Wobei zur Jahrtausendwende Google noch gar keine Rolle spielte.
Da ich das Ende der kleinen TV-Läden schon vorher kommen sah, hatte ich zur Jahrtausendwende umgesattelt auf Vertrieb und Technik für einen Apple Reseller in Bremen.
Ich hatte es einfach falsch eingeschätzt, wie nervig die tägliche Fahrerei nach Bremen und zurück mit der Zeit wurde.
Endlich sein eigener Herr?
Im August 2003 wagte ich dann den Sprung in die Selbstständigkeit. GERUWEB als Gerald Rusche Webservice ging and den Start.
Zunächst weiterhin Webseiten für KMU. Denen immer öfter spezielle Herausforderungen für Unternehmen folgten, die eben abseits von der Standard-Webseite gelöst werden mussten.
Mein Motto blieb aber auch da, Technik so einfach benutzbar zu machen wie irgend möglich.
Und so habe ich nach und nach jeden Dienst der neu aufkam, Jahrelang intensiv studiert und genutzt, bevor ich meinen Kunden die Vorteile daraus darlegen oder empfehlen konnte.
Denn was hilft einem der schönste Kanal, wenn es niemanden gibt, der das fürs Unternehmen gewinnbringend einsetzen und nutzen kann?
Wachstumsschmerzen
Irgendwann hatte ich dann Mitarbeiter, Azubi und Praktikanten. Das war zunächst mal toll, weil wir schneller bessere Webseiten machen konnten und ich mehr Zeit hatte die Menschen in den Unternehmen in der Benutzung der Webseiten schulen zu können.
Was aber das ganze auch deutlich teurer machte.
Mein Programmierer hat sich dann irgendwann selbstständig gemacht und ist bis heute noch mein Lieblings-Freelancer.
Als mein Mitarbeiter dann kündigte, weil er auf Altenpfleger umschulen wollte, wurde es mir klar: Nicht jeder liebt es so wie ich, ständig und permanent neue Dinge lernen zu müssen. Ja selbst viele technikaffine Leute, wollen sich ganz gern mal auf Wissen ausruhen. Das war nie meins.
Jedes neue Tool, jede Neue Plattform oder jedes neue Programm wurden von mir zunächst mal auf Tauglichkeit für den Alltag getestet.
Wenn Teenager wertvolle Fragen stellen
2009 war es dann wiederum meine Tochter die mich zum Nachdenken brachte. Dieses mal aber ganz direkt. Sie fragte mich nämlich ob ich ihr bei Youtube helfen könne, weil ich ja Videokamera und Schnitt mal gelernt hätte.
Ich hatte bis dahin nicht die leiseste Ahnung was Youtube ist. Erkannte aber sofort, das dies die Zukunft für Video und sogar für Film sein wird.
Übrigens hat Youtube Ende 2024 Netflix bei er Summe der angesehen Minuten von Videomaterial überholt!
Ich reaktivierte also kurz darauf meine ganzen Video-Skills wieder um von jetzt an selbst bestimmen zu können was ich produziere und das dann nach Lust und Laune zu veröffentlichen.
Nicht nur meinen Kunden zeigte ich wie sie dadurch viel mehr Reichweite aufbauten. auch mein kleinen eigener Youtube Kanal wuchs auf über 1000 Abonnenten an. Und wer jetzt denkt, das sei nicht viel…
Über 91% der Videos auf Youtube bekommen nur weniger als 1000 Zuschauer!
Bzw. korrekt muss es eigentlich heißen Views, weil das nicht das selbe ist!
Seit 2005 ist das Video&Marketing fester Bestandteil meines Angebotes.
Bis kurz nach der Phandemie, gab es auch noch viele Firmen die Webseiten, Videos oder Videomarketing haben wollten.
Die KI änderte für mich vieles!
Der Trend geht ganz klar weg von Qualität und hin zu Quantität. Als Qualitätsmassstab, werden die oft geringen Ansprüche der Masse herangezogen, nicht objektive Kriterien von Profis!
Und so lassen sich mittlerweile schon täglich oder noch öfter, mittels KI massenhaft Inhalte veröffentlichen. Wer heute in der Lage ist viele Aufgaben für die Gestaltung und Verbreitung von Inhalten an die KI zu delegieren, ist heute in einer ähnlichen, aber noch dramatischeren Situation, wie wir seinerzeit mit den html Kenntnissen.
KI kann Texte schreiben, KI kann Fotos kreieren, ganze Webseiten bauen und Videos produzieren! Das hat dann alles nichts mit der Qualität von echten glaubwürdigen Inhalten zu tun. Bedient aber die Nachfrage nach höher, schneller, weiter, nahezu perfekt.
Jetzt kann jeder alles ganz billig…
Denn wer sich früher durch teuer aussehende Professionalität in Bild und Video, von der Konkurrenz absetzen konnte, dem ist das heute für ein Trinkgeld möglich.Zumindest so lange… so lange die das dann nicht auch machen!
Da ich aber mein Leben lang und nicht erst seit drei vier Jahren wo es eine Modebegriff wurde, authentisch lebe handle und bin, war mir eine künstlich aufgehübschte Scheinrealität, immer schon zu wider.
Wer dagegen lernen möchte oder Unterstützung benötigt, Technik authentisch und glaubwürdig nutzbringend einzusetzen, der ist bei mir nach wie vor richtig! Selbst die notwendigen KI Eingaben kann ich den Menschen nahebringen, damit dies möglichst glaubwürdig zur jeweiligen Person (des Unternehmens) passt.
Warum Senior Nerd?
Und so wurde ich im Laufe der Jahre älter. Es gibt die Berufsbezeichnung Senior-Developer. Was soviel heisst wie erfahrener Programmierer, nicht alter Programmierer. Denn wenn ein Senior-Developer gesucht wird, stellen die sich in der Regel jemand bis Ende 20 vor 🙂
Um Technik zu verstehen und zu lieben, hilft es nerdig zu sein. Das war ich schon immer. Als Senior-Nerd habe ich mich schon bei Vorträgen auf Veranstaltung vorgestellt als bei meiner Altersangabe mal grade erst eine 5 vorne Stand.
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